Nachruf zum 12. Graf Schlaf Ball am 23. Juni 2007 auf Schloß Prötzel
Der glänzende Ball auf Schloß Prötzel wurde mit Kaiserwetter belohnt und dies wiederum belohnten die Fische im Schloßteich mit zahlreichen Freudensprüngen und Platschern über Wasser, zu denen die Angler gelangweilt erwähnen, die Fische würden lediglich in heißen Tagen nach Luft schnappen. Aber ersteres konnte bis heute nicht widerlegt werden !
Zum Ball wurde vom Grafen in einer Order die Maskenpflicht bis zum mitternächtlichen Feuerwerk verkündet, der alle Gästen mit Fantasie, Ideenreichtum und viel Spaß folgten.
Laut Schreiben der Staatskanzlei des Grafen besitzt Schloß Prötzel den größten und mondänsten Ballsaal unter den märkischen Adelsschlössern und verfügt dazu noch über einen gewaltigen Thron, dessen Abmaße das Doppelte des in Pillnitz zu besichtigenden Zwergenthrones von August dem Starken. Eröffnet wurde der Ball mit drei zünftig vorgetragenen Schüssen aus der Artilleriewaffe des preussischen Infanterieregiments Nr.4 ( von Kalnein ) aus Potsdam. Nach einem schneidig geführten Aufmarsch der Leibgarde Rollo Kosmos in den Thronsaal wurde die Bereitschaft zur Herstellung der Ballordnung durch den Anführer der Garde Leutnant Schulze gemeldet. Anschließend bezog die Garde mit gezückter Fanfare im Paradeschritt die Stellungen der Ehrenwache zu beiden Seiten des Grafen nebst Gräfin.
Der Duc de Bourgogne zeigte in einer brillianten Vorstellung nicht nur zwei ausschweifende Tanzrunden, sondern übertraf diesmal das Maß der Vorstellungen mit einer 3. Tanzrunde bis in die Morgenstunden und konnte sich auch hier auf den trefflichen Charme und das hohe Können der Tänzerinnen seines Ensembles - contretem(p)s - aus der Hauptstadt Berlin stets verlassen.
Das Schloß und seine Gemächer wurden durch die verzaubernde Illuminierung des Lichtkünstlers Samoht Letrab und seiner Assistentin Janina vom wasserblauen Hafelland von einer goldenen Partitur in eine Diamantene verwandelt. Deshalb sollten solche Märchenschlösser ausschließlich nur noch zu Nachtzeiten besucht werden.
Ein einberühmter Countertenor aus Leipzig unterhält die Gäste mit vier Gesangssätzen, umrahmt von einem bizarrem Gitarrenspiel im Mozartmanier. Wie schon gewohnt gibt es ein Vivat auf den Zeremonienmeister Othello mit seinen immerfort bestechenden und mitreißenden Schwung der Rede und des Wortes aus dem königlichen Dresden.
Das Kabinett der Leidenschaft konnte nach viel getaner Arbeit und endlosen Befragungen von möglichen Kandidaten mit ganzen 6 Verlobungen ein erfolgreiches Ergebnis erzielen.
Die Leibgarde konnte diesmal neben dem Schutz des Grafen, der Kontrolle der Ballordnung und dem Eintanzen der Gäste auch mit frechen Chorauftritten zu klassischem und frivolen Liedgut auftrumpfen und riß die Untertanen aus den Gestühlen zu Liedern wie - Es war ein Edelweiß - oder - Erika - . Desweiteren ging sie als Sieger im Pferdewettrennen unter weiteren Mannschaften wie jene aus Sachsen, Brandenburg oder Berlin hervor.
Die Mitternacht wurde in alter Manier mit einem schillernden Höhenfeuerwerk angezeigt. Zahlreiche Gäste erschienen aus Sachsen, Leipzig, Dresden, Brandenburg und Berlin. Das Tanztreiben dauerte bis in die Morgenstunden !
Der Graf und alle seine Mitstreiter möchten der Gemeinde Prötzel und ihrem Bürgermeister Herrn Kaupat einen besonderen Dank für ihre Unterstützung aussprechen, ohne diese der Ball im Schloß Prötzel nicht möglich gewesen wäre!
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