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Nachruf zum 3. Lichterfest am 14. Juni 1997 auf Schloß Schönwölkau

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Die Bildergalerie vom 3. Lichterfest
Der Film vom 3. Lichterfest



Nach dem das 2. Lichterfest ohne bleibende Schäden für das Schloß und mit viel Spaß den Untertanen in Erinnerung geblieben war, wurde der Ruf nach einem 3. Lichterfest immer lauter. Schließlich wurde erneut der Beschluß gefaßt,
ein drittes Fest auf dem gleichen Ort zu feiern. Es wurde ein Streichquintett unter Kapellmeister Tobias Szroka zur Originalbegleitung der Tänze organisiert. Es wurde die Abhaltung eines 2. Gerichtstages notwendig. Ein Tanzzelt wurde errichtet und die Gäste nahmen die Schloßwiese als Zeltareal in Besitz. Es wurde die Schatzkammer für den Grafen eingerichtet. Als Tanzmeister wurde Pierre Palinski bestellt.






Der Hofstaat:

- Rollo Kosmos Graf Schlaf
- Baron Hendrik von Dürrenberge, Oberhofmarschall
- Eugen von Mecklenburg, Hofmarschall
- Ritter Hugo vom Wurzelbach, Leibkammerherr
- Dietrich von Eytra, Mundschenk
- Junker Harald vom Phrosch, Schatzmeister
- Lydia von Junghans, Fähnrich








Das Fest:

Die ersten Gäste treffen schon am Freitag ein. An dem schloßeigenen Tresen wird die Nacht schnell zum Tage. Ein Robert von Kulmbach wird als Gast geladen und stellt sich als Stallmeister vor. Kräftig trinken und Zigarre rauchen kann er auch. Außerdem kommt er aus Bayreuth. Die lautesten Witze reißt er mit dem Hofmarschall. Alle rundherum lachen mit - aber von Pferden und Kutschen versteht er absolut nichts!
Aus vielen entfernten Landesteilen treffen Reisende ein, die alle zu den Untertanen des Grafen zählen. Barocke Musik schallt aus Lautsprechern durch die Hallen, die Gräfin singt freistehend eine wundervolle Arie auf der Treppe der Wandelhalle. Die Boccia- Kugeln werden gerollt, der Armbrustwettkampf befindet sich in vollem Gange.




Unter der herrlichen Junisonne wird wie immer das Portalfoto auf den Treppen des Schlosses abgelichtet. Der Anstoß der Lichteruhr um 18.00 Uhr wird durch eine Eskorte unter Führung des Hofmarschalls eingeleitet.




Der Oberhofmarschall nimmt an einem Tisch Geschenke für den Grafen entgegen. Dann hämmert es stürmisch
zur Eröffnung der Speisetafel an die Eichentüren des Speisesaals. Bevor die Türe zu Bruch geht, lassen die Küchenmädchen diese lieber geöffnet und die Plünderei der Hungrigen auf die 16 mit Spiritus warm gehaltenen Schmorpfannen mit Spanferkel und Sauerkraut ist nicht zu verhindern. Abermals kann hier einer bekannten kritischen Situation im Vorfeld nicht wirksam entgegengetreten werden. Wieder werden die Schuldigen gesucht.




Am Ende der Mahlzeit liegen nur noch Knochen der Schweine und Nelken aus dem Sauerkraut herum. Der Graf verwechselt eine Spreewaldgurke mit einer Tasse Kaffee und will diese Gedanken versunken durch Pusten etwas abkühlen. Andere verschlucken sich gleichzeitig mit Fleisch und Dunkelbier. Auf Grund von starkem Tellerbruch werden auf Befehl des Grafen rund geschnittene und eingewachste Pappteller eingeführt.




Dorfbewohner stehen in sicherer Entfernung und schauen staunend und verwundert zu. Als ältester Gast läßt sich ein 78- ig jähriger Bauer beim Grafen an der Wache anmelden, um mit diesem eine Zigarre zu rauchen. Es wird um die Wette gedampft, das die Köpfe beider im Qualm gehüllt sind. Man sitzt zu dieser Zeit noch abgeschirmt in den Umkleidegemächern des Grafen. Seit Ende der jüngsten Kriegszeit im Jahre 1945 war ja kein Graf mehr wohnhaft in diesem Gemäuer. Das treibt die Neugier des alten Schollenbauern an.




Nach feierlichem Einzug des Hofstaats und Eröffnungsrede präsentiert der Graf die Hymne des Lichterfestes „Schlafen ist so schön“ und begleitet sich selber mit einer Holzgitarre. Strophe zwei singt der Hofstaat und Strophe drei singen alle mit.



Schlafen ist so schön

Graf:
Schlafen ist so schön und mein Bett bequem,
wenn ich schlafen geh und mein Schloß nicht seh`
Damen sind nicht mein ich bete Sonnenschein
wenn ich die Laute spiele tanze ich allein
wo ist die Gesellschaft die meine Laune wacht

Hofstaat:
Der Hofstaat ist erwacht und übernimmt die Macht
vorbei sind Durst und Kälte die Leiden der Natur
vorbei sind die Intrigen das Ende der Kultur

Alle:
Beginnen soll das neue Jahr mit Feuer und mit Tanz
Jeder soll die Freiheit sehen mit Perlen und mit Glanz
so was hat es nie gegeben deshalb sind wir hier



Zu den „Tapfersten des Jahres“ und als Ritter des „Silber-Esel-Ordens“ werden mit Ehren ausgezeichnet und zu Rittern erhoben:

- Baron Hendrik vom Dürrenberge






Nun ist die Stimmung ausgelassen. Der aus einem polnisch- französischem Adelsgeschlecht stammende Tanzmeister Pierre Palinskie übernimmt die Leitung der Tänze. Der Reigen beginnt mit dem Präsentationstanz und dem in zwei Reihen aufgestellten Schnick- Schnick- Schnick- Tanz. Über 240 Gäste stehen in Gassen gereiht. Die Tänze werden erstmals als Neuerung original vom Streichquintett begleitet.




Es bleibt weiter spannend, denn das 2. Hofgericht eröffnet seine Sitzung auf den Freitreppen des Schlosses.



Das 2.Hofgericht anläßlich des Lichterfestes auf Schloß Schönwölkau

Das Gericht muß sich wiederum mit einer unverschämten Forderung des Schwarzen Ritters gegen einen Bauern aus den Reihen der Untertanen des Grafen beschäftigen. Der Schwarze Ritter droht mit der Vernichtung der ganzen Grafschaft. Der Graf eröffnet das auf der Freitreppe des Schlosses tagende Gericht mit folgenden Worten:

„Ist zierlich meine Gestalt regiere ich dennoch ohne Gewalt.
Ein Schwert in meiner Hand ist nur Papier viel teurer ist ein Zepter mir.
Wo, so der Hofstaat mir die Treue schwur ist der Edle frechen Muts,
der auf sein Leben sich dem Schwarzen Ritter entgegenstellt und meiner
Grafschaft Fortbestand erhält?“




Das Gericht überführt den Schwarzen Ritter des Betruges, der Habgier und des Vorsatzes an den Untertanen des Grafen. Aber auch die Untertanen nutzen die verwerflichen Eigenschaften des Schwarzern Ritters aus, um sich an den Besitzungen des Grafen schadlos zu halten. Bei der nun folgenden Anhörung des Bauern Hufschlag wird aufgedeckt, daß sich auch der Bauer an den Besitzungen des Grafen vergriffen hat. Sofort wird er zu verschärfter Haft ergriffen und festgesetzt. In diesem Zusammenhang werden weitere Untaten des Schwarzen Ritters aufgedeckt.




Als der Schwarze Ritter zum Antritt einer unbestimmten zeitlichen Kerkerhaft ergriffen werden soll, kommt er dem zuvor - stürmt das Hofgericht und will sich am Grafen rächen. Dabei werden zwei Wachen vom Ritter niedergestreckt. Im Affekt dessen stürmen mehrere Gerichtszeugen mit Schwertern gezückt auf den Ritter zu. Im Kampfgetümmel gelingt es schließlich dem Leibkammerherrn Hugo vom Wurzelbach, dem Schwarzen Ritter mit einem Streich den Kopf vom Rumpf abzuschlagen. Ein riesiger Beifall aus der Menge der Schaulustigen bricht aus. Stolz präsentiert der Leibkammerherr das gestreckte Schwert mit dem darauf aufgespießten Kopf des Schwarzen Ritters. Der Graf fällt vor Aufregung in eine spontane Ohnmacht. Die Todesgöttin erscheint beim vollends verstörten Grafen im Schloßportal und besingt den Sieg über den erschlagenen Schwarzen Ritter. Als der Graf wieder aufwacht, wischt er sich völlig verstört mit dem Taschentuch die Blutspritzer des Schwerthiebs vom Gewand. Mit der Heimholung des Schwarzen Ritters durch die Göttin ist höheres Recht erschienen. Erneut bricht großer Beifall aus und Erleichterung macht sich auf den Gesichtern der Schaulustigen breit.





Die zweite Tanzrunde beginnt mit dem Zusammenspiel von Streichquartett und Tanzmeister. Sie geht bis Mitternacht. Die Wache ist wie fast immer stärker angetrunken, als sie es sein sollte. Als Folge dieses Elends passiert es, daß das wichtigste Dokument des Festes, nämlich die Adelsrolle, gewissenlosen Dieben zu ihrem eigenen Vergnügen in die Hände fällt. Dann steigt das Feuerwerk der Leipziger „Feuerteufel“ erstmals mit Raketen und anderen Höhenböllern in den Abendhimmel auf. Weit nach 06.00 Uhr Morgens wird der Graf gesucht. Beim Naschen an der Schweinekeule wurde er aus Versehen 06.00 Uhr Morgens im Speisesaal eingeschlossen. Nach vielen Klopf- und Winkzeichen sieht ihn schließlich der Hofmarschall und befreit den Grafen aus dem Saal. Hoffotograf ist Robert Teschner und Hoffilmer ist Markus Johne.










Der Film vom 3. Lichterfest - Spieldauer 12:01 Minuten





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