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Nachruf zum 6. Graf Schlaf Ball am 17. Juni 2000 auf Schloß Hubertusburg

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Die Bildergalerie vom 6. Graf Schlaf Ball
Der Film vom 6. Graf Schlaf Ball Teil 1

Der Film vom 6. Graf Schlaf Ball Teil 2



Das sechste Großereignis war herangekommen. Im Vorfeld jedoch zogen dunkle Wolken am Himmel auf und warfen ihre Schatten auf den Hofstaat voraus! Aus dem Lager einer der Gräfin nahestehenden kleinen Fraktion niederer Müßiggänger wurde eine Intrige gegen den Grafen angezettelt, die in einer offenen Meuterei endete. Dem entschlossen Handeln des Staatskanzlers ist es zu verdanken, daß der Graf noch vor dem Beginn des Balles die Gräfin, auch wenn diese nur mittelbar an den Intrigen beteiligt war, des Hofes ohne Rückkehr verwiesen hat. Dieser Beschluß fiel dem Grafen nicht leicht, denn er musste sich dem Staatsgesetz am Hofe unterwerfen. Im gleichen Zuge der Auskehrung der Intrige mußten die Stellungen und Ämter des Tanzmeisters und des Zeremonienmeisters zwingend ersetzt werden. Der Rittmeister wurde ebenso des Hofes verwiesen. Um die sich von niedrigen Beweggründen leiten lassende Meuterei juristisch rechtskräftig zu behandeln, wurde diese als offene „Hofrevolte“ gegen den Grafen zum 3. Gerichtstag abgeurteilt.




Das Fest fand wiederum auf Schloß Hubertusburg zu Wermsdorf statt. Da bei einigen Suchmaschinen im deutschen Web mehr als 700 Titulierungen mit dem Namen „Lichterfest “ gefunden werden konnten, sollte eine deutliche Abgrenzung vorgenommen werden. Deshalb wurde das sechste Lichterfest in den 6. Graf Schlaf Ball umbenannt. Wie im Jahr zuvor wurden alle möglichen Räume in die Nutzung einbezogen, das Tanzzelt in den Innenhof des Schlosses aufgestellt und der Zeltplatz auf dem Parkareal vor dem Südflügel des Schlosses untergebracht.




Als Höhepunkt des 6. Graf Schlaf Balles konnte der große Duc de Bourgogne mit seinem Ensemble contretem(p)s aus Berlin als Tanzmeister gewonnen werden. Als weiterer Glanzpunkt konnte der Illuminst Samoht Letrab aus Brandenburg für die herrliche futuristische Verzauberung des Schlosses mit Licht begeistert werden. Es wurde die Stelle eines Hofdiskothekers mit DJ Bongo neu geschaffen. Als Tanzbühne diente ein überdachtes 15 m x 25 m ausgedehntes Festzelt im Schloßhof.


Der Graf leitete den Ball mit seinem auf der Einladung abgedruckten und hier noch einmal abgewandelten berühmten Zitat ein:

„Der Ball ist wie eine Düse - erst zieht er den jungen und alten Filz an, dann
dreht und beschleunigt er ihn und stößt ihn aus als eine neu geborene Fliege“


Protokollarische Anrede: Seine Herrlichkeit Graf Rollo Kosmos der Strahlende
Kurzanrede: Der Graf







Der Hofstaat:

- Seine Herrlichkeit Graf Rollo Kosmos der Strahlende,
- Baron Hendrik von Dürrenberge, Staatskanzler und Zeremonienmeister
- Dietrich von Eytra, Mundschenk
- Duc de Borgougne, Tanzmeister
- Kapellmeister Albrecht Friedrich- Wilhelm
- Eugen v. Mecklenburg, Oberster Kläger und Anführer der Leibgarde
- Annabell Gräfin Nachtigall, Hofausstatterin
- Comtess de La´bonte, Hofausstatterin
- Samoht Letrab, Illuminist



Der Ball:

Um 18.00 Uhr eröffnet der Graf zusammen mit dem Kapellmeister, den Hofausstatterinnen und dem Blechblaskörper vom Balkon des Ovalsaales aus den Ball mit der Intonierung der Hymne des Balles „Schlafen ist so schön“.




Anschließend versammelt sich die Gesellschaft bei herrlichem Sonnenschein für das große Portalfoto mit der Plattenkamera vor den halbrunden Nebengemächern des Schlosses mit ausgelassener Laune.




Ein Esel, das Wappentier des Grafen, tummelt sich auf der Wiese und reitet mit den Kindern flotte Runden. Auf den nördlichen Schloßwiesen können sich die Gäste bis zur Geschenkübergabe mit Boccia, Krocket oder dem beliebten Fischangelwettkampf vergnügen. Der Armbrustwettkampf im Schlossinnenhof zieht sich über Stunden hin. Auch die Baumschaukel wurde wieder installiert.




An Speisen ist reichlich vorgesorgt. Bis Früh morgens können die Gäste unbeschwert ihre Häppchen nehmen. Das Gleiche gilt für die Ausgabe der massenhaft vorhandenen Getränke, die zur Entlastung des Mundschenks von der Getränkekunst F-Haus GmbH Jena vorgenommen werden.




Als Ehrengast des Grafen erscheint der Ingenieur und Konstrukteur Herr Gerhardt Beyer aus Roßwein
in seiner Eigenschaft als Alterspräsident des Zeppelinvereins zu Friedrichshafen am Bodensee. Auch im noch relativ jugendlichen Alter von 87 Jahren muß er sich immer wieder selbst mit dem Funktelefon persönlich um laufende Geschäfte des Vereins kümmern. Hier zu sehen nach der Mahlzeit mit einem kühlen Bier und seinem Enkel, Adjutanten und Fahrer.




Auch dieses Mal hat der Graf aus den bekannten Gründen einer beim Schüttelversuch nicht hörbaren Kasse eine Geschenkübergabe angeordnet. Was dem Hofe am meisten fehlt sind Spiegel. Und so gibt seine Herrlichkeit schon Wochen im voraus sein Wunschgeschenk bekannt. Über vierzig kleine und große Spiegel aller Farben und Formen wurden geschenkt. So eine Menge an Geschenken entgegen zu nehmen ist eine protokollarische Meisterleistung. Deshalb läßt sich der Graf linksseits mit drei hübschen Hofdamen und rechtsseits mit seinen beiden Hofausstatterinnen flankieren, die in abwechselnder Weise die Geschenke nach ihrem Wert beurteilen. Von der Beurteilung ist es abhängig , ob die Gunst der Schenkenden beim Grafen höher steigt oder tiefer sinkt. Über allem wacht der Staatskanzler, da in vergangenen Zeiten des öfteren Geschenke „verlorengegangen“ sind!




Der Einzug des Hofstaates, angeführt von Duc de Bourgogne, vollzieht sich in gewohnt prächtigem Aufzug.
Der Graf schmückt sich in Begleitung einer jungen schönen adeligen Dame aus der feinen Gesellschaft der Reichshauptstadt Berlin. Nach herzhaften Worten der Begrüßung durch den Grafen wird der Hofstaat vorgestellt, werden die Reihen geordnet, wird der Kammerton A im Orchester gefunden. Und gleich geht es zur ersten Tanzrunde mit dem Duc de Bourgogne, die mit dem Schnick- Schnick- Schnick-Schnick-Tanz durch den Hofstaat eröffnet wird. Die Musik wird von dem großartigen Orchester der Teufelchen begleitet.




Es drängeln sich fast zweihundert Tanzbegeisterte gleichzeitig auf dem Boden. Keiner will auch nur einen Tanz verpassen. Um der Ordnung Herr zu bleiben, läßt der Duc des öfteren die Reihen der Paare in ihrer Phalanx korrigieren. Er unternimmt Tänze in Kreisformationen, in Blockformationen, in Figuren mit einem, zwei, drei oder vier Paaren. Nichts gibt es, was nicht geht. Das Orchester spielt sich in Höchstform. Während eines Tanzes wird das Zusammenspiel von Orchester und Anleitung bei den Begeisterten derart sensibel, daß der Duc seinen Tanzstock über den Kopf schwingt mit der munteren Aufforderung an das Orchester: „ Schneller, schneller “.





Einen eindrucksvolleren Auftakt zu einer Tanzrunde hat es wohl vorher noch nicht gegeben. Glückliche Gesichter verlassen das Tanzzelt mit Beginn der Pause und strömen zu den Tränken hin. Nach einer kurzen Toiletten-, Schmink- und Trinkpause ruft der Staatskanzler zur Einfindung aller beweglichen Gäste und Untertanen des Grafen vor die Innenhoftreppe des Schlosses auf.

In wenigen Minuten beginnt das außerordentliche 3. Hofgericht zur Aburteilung der offenen Meuterei gegen den Grafen. Als Oberster Richter fungiert Eugen von Mecklenburg, Zeuge im Gericht daselbst ist der Graf, Kläger im Namen des Hofstaates und seiner Herrlichkeit ist der Staatskanzler Baron Hendrik vom Dürrenberge. In Vorbereitung des Prozesses wurde der Oberste Richter in eine derart ausdauernde Rechtsarbeit eingebunden, daß ihm vor lauter Eifer und Überarbeitung ein Zahn aus dem Munde fiel.




Der Gerichtstag findet unter freiem Himmel statt. Da es dunkle Nacht wird, stehen furchterregend anzusehende Wachen mit Fackeln bereit. Das geladene Klientel des Adels läßt sich in vorderster Reihe auf Bänken nieder, dahinter kniend die bürgerlichen Gäste und ganz hinten stehend gemeines Volk. Die Frage des zu verhandelnden Prozesses ist zu wichtig, als daß nicht aus höheren Gründen jemand wagt zu fehlen. Der vorsitzende Richter Eugen von Mecklenburg zählt zuerst die Intrigen auf und erklärt dann den Hergang der offenen Meuterei gegen den Grafen. Er weist auf den niedrigen und feigen Charakter der Meuterer hin. Weiter stellt er den Zusammenhang zwischen den Meuterern und dem billigen Dulden der Meuterei durch die Gräfin her. Nun werden durch den Staatskanzler die zahlreichen Zeugen vernommen. Unter ihnen Mitglieder des Hofstaates, dem Hofstaat nahe stehende adelige Untertanen als auch bürgerliche Gäste. Um eine nach altem Recht vollkommene und endgültige Aburteilung zu schaffen, wird nun auch das zahlreiche Volk in den hinteren Reihen befragt. Das Volk antwortet mit lauthalsen Schreien: „ Richtet sie, richtet sie, pfui pfui …..“ und „Weg mit den Verrätern ….“






Das 3.Hofgericht auf Schloß Hubertusburg zu Wermsdorf

Stenogramm der Hofkanzlei im Gerichtsprozess zur Aburteilung der Revolte wider dem Grafen:

Staatskanzler:
Durchlaucht, mein Graf, werte Gäste. Der Anlaß meines Auftretens hier vor Euch ist von weitreichender und staatsgefährdender Natur. Mein Graf, mir sind Gerüchte zugetragen worden, die auf eine Intrige schließen lassen., welche bis in die höchsten Kreise des Hofes Mittäter findet und deren Ziel und Trachten es ist, Euch mein Graf aus Eurem gottgegebenen Amte zu drängen und die Macht in die Hände einer Person aus Eurer unmittelbaren Nähe zu legen.

Der Graf reagiert entsetzt und entrüstet und fordert den Staatskanzler auf fortzufahren:

Staatskanzler:
Diese Gerüchte bestätigt oder zerstreut zu finden, habe ich mich entschlossen, einen außerordentlichen Hofgerichtstag einzuberufen! Um dabei jedem Verdacht der Voreingenommenheit die Spitze zu nehmen, habe ich mich an die allerhöchsten Stellen am kaiserlichen Hofe gewandt und um Entsendung eines anerkannten und in vielen Verfahren erprobten Juristen gebeten. Eugen von Mecklenburg, bekannt durch seine salomonische Entscheidung im Falle der Auseinandersetzung zwischen Leibkammerherr und Mundschenk anlässlich der Hofjagd zu Schönwölkau, wird heute und hier den Vorsitz des Gerichtes führen. Während ich, Euer Durchlaucht ergebenster Hüter von Recht und Gesetz, die Anklage vertrete.

Der Graf bestätigt Einvernehmen in der weiteren Vorgehensweise.

Eugen von Mecklenburg:
Mein Graf, Hofstaat, werte Gäste! Nehmt mein Erscheinen und den langen Weg den ich zurückgelegt habe, um diesen Gericht vorzusitzen als strengen Hinweis, dass die Kunde von solchen Ränkespielen am kaiserlichen Hofe außerordentliche Aufmerksamkeit erfährt und daß die Schuldigen mit aller Strenge und Härte des Gesetztes verfolgt werden. So Staatskanzler, bringt Eure Beweise, lasst Zeugen hervortreten.

Der Staatskanzler ist unsicher, immerhin geht es gegen die Gräfin. Er sieht aber auch die einmalige Gelegenheit, die Nebenbuhlerin um die Grafengunst ein für allemal zu entfernen.

Staatskanzler:
Hohes Gericht, mein Graf. Der Gefahr in Ungnade zu fallen bewußt, verzichte ich zunächst darauf Namen der Ruchlosen zu brandmarken. Aber mein Graf, sowohl Indizien wie auch Zeugen kann ich mit solcher Unwiderlegbarkeit vorbringen, dass ich sicher bin, am Ende des Prozedere die Schuldigen zu entlarven, der Gerechtigkeit Genüge zu tun und mich Eurer Gunst würdig zu erweisen.

Eugen von Mecklenburg:
Hochverehrte Durchlaucht, Ihr seid nicht das Gesetz! Ihr seit sein Auge, sein Ohr und wo nötig auch sein Schwert. Also überlasst es meinem Urteil wo Schuld oder Unschuld liegen! Ruft Eure Zeugen auf!

Staatskanzler:
Verzeiht den kleinen Exkurs, hohes Gericht! So hört denn den Leibkammerherren Hugo vom Wurzelbach!

Leibkammerherr:
Hohes Gericht, mein Graf. Ihr wisst mit welch hohen Maß an Gewissenhaftigkeit ich mich in den Aufgaben in Eurer unmittelbaren Nähe widme. Doch mehr und mehr werde ich durch Arbeiten für die Gräfin in Anspruch genommen. So auch kürzlich, als mich die Gräfin mit der Reparatur ihrer Schminkkommode beauftragte.

Der Graf unterbricht den Leibkammerherrn im Gespräch und wendet sich an den Staatskanzler.

Graf:
Ihr wagt es die Gräfin zu verdächtigen, Staatskanzler? Seid Ihr des Teufels?

Staatskanzler:
Geduldet Euch mein Graf, hört die Zeugen erst zu Ende, bevor Ihr den Stab über mich brecht!

Leibkammerherr:
Also hört weiter. Der Deckel ließ sich nur schwer öffnen. Also entfernte ich den Deckel und da fällt mir eine unscheinbare, kleine Klappe ins Auge. Ich öffne die Klappe und ein kleines Döschen liegt darin. Das Döschen enthält Pulver von einer Konsistenz und Farbe, wie ich es nie zuvor gesehen habe.

Eugen von Mecklenburg:
Nun, dieses Pulver allein und zumal noch ohne nähere Kenntnis seiner Wirkungen ist nicht sehr viel was ihr da habt, Herr Staatskanzler.

Staatskanzler:
Wartet hohes Gericht! Kein allzu schnelles Urteil! Hört erst einmal, welch eigenartigen Dinge der erst kurze Zeit hierorts tätige Hofkapellmeister zu berichten weiß. Hofkapellmeister, tretet vor und sprecht.




Hofkapellmeister:
Hohes Gericht, mein Graf, mag es eine Fügung des Schicksals gewesen sein, die mich an den Hof führte oder was auch immer, so hoffe ich doch Eurer Retter zu werden. Hört also meine Geschichte:
Kurz nach dem Antritt meines Dienstes an Eurem Hofe trat die Gräfin mit der Bitte an mich heran, für das diesjährige Lichterfest ein ganz besonderes Stück zu Euren Ehren zu komponieren. Die Gräfin zeigte mir vergilbte Notenblätter, die am Rande Erklärungen in arabischer Sprache trugen und bat mich ein gleich klingendes Stück für das hohe Fest in Noten zu setzen. Also zog ich mich in mein Turmzimmer zurück und begann die Noten vom Blatt zu spielen. Als ich die ersten Töne hörte, erinnerte ich mich eines Liedes, daß ich auf einer Studienreise in den Orient gehört hatte. Mit diesem Lied verbunden erzählte man sich dort, dass Lied sei Teil einer Zeremonie, an deren Ende es dem gewidmet ist, der sich auf eigenartige Weise verwandelt, wenn ihm zuvor eine Messerspitze eines geheimnisvollen Pulvers verabreicht wird.

Der Graf verliert die Fassung und stößt wüßte Beschimpfungen gegen die Gräfin aus.

Eugen von Mecklenburg:
Gerüchte, nichts als Gerüchte, faßt Euch Durchlaucht! Alles was bisher hier vorgetragen wurde, ist reines Hörensagen. Nur eines kann uns Klarheit verschaffen. Laßt uns die Probe aufs Exemple machen. Wer von Euren Mannen scheint am geeignetsten zu sein, solche Probe zu überstehen?




Graf überlegend:
Am geeignetsten ….. wenn überhaupt jemand in Frage kommt, so ist es unser Mundschenk Dietrich von Eytra. Er vergiftet seinen Leib Tag für Tag und Jahr für Jahr mit Wein und Bier und anderen hochprozentigen Genüssen. Er wird einer solchen Probe widerstehen.

Eugen von Mecklenburg:
Man rufe Dietrich von Eytra!

Dietrich von Eytra tritt auf, leicht schwankend vor Trunkenheit.

Eugen von Mecklenburg:
Man reich ihm das Pulver!

Dietrich von Eytra schluckt das Pulver und wird nach hinten abgeführt.

Eugen von Mecklenburg:
Hofkapellmeister, spielt auf!




Nachdem der Hofkapellmeister geendet hat, torkelt Dietrich von Eytra wieder in den Vordergrund und - nach nur wenigen Sekunden - zum Entsetzten aller - sind ihm große Eselsohren aus dem Kopf gewachsen.

Der Graf verliert vollens die Fassung. Beschimpfungen in Richtung der Gräfin folgen wo immer sie gerade auch nur ist.

Eugen von Mecklenburg:
Wachen! Der Verdacht bestätigt sich. Die Gräfin versucht den Grafen von der Macht zu drängen und hintergeht ihn auf übelste Weise! Bringt die Gräfin vor das Gericht!

Wachen gehen ab.

Auftritt eines Agenten, völlig aufgelößt.

Agent:
Herr Graf ………..

Der Graf empört:
Was erdreistet er sich, jetzt vor mich zu treten, ohne gerufen worden zu sein?
Weiß er denn nicht …………….

Agent unterbricht, dem Grafen ins Wort fallend:
Herr Graf, laßt mich sprechen, ich bringe verdrießliche Botschaft!

Der Graf wird unmutig.

Eugen von Mecklenburg:
Laßt ihn sprechen, hören wir seine Botschaft.




Agent:
Auf dem Weg zu Euch traf ich die Gräfin mit all ihren Hofschranzen und Speichelleckern im Gefolge auf dem Weg zu Euren Besitzungen in Nischwitz. Und so dachte ich, Unheil droht, wo ihr doch nur bis zum morgigen Glockenschlag 06.00 Uhr regieren könnt und da finde ich die Gräfin nicht an Eurer Seite?

Die Wachen kehren wieder unverrichteter Dinge zurück.

Eugen von Mecklenburg:
Herr Graf, das Ränkespiel der Gräfin ist offenbar geworden. Sendet Eure Mannen aus, um die Gräfin vor die Schranken dieses Gerichtes zu bringen.

Graf:
Auf Wachen, reitet gen Nischwitz und bringt die Gräfin samt Gefolge zurück an den Hof.

Staatskanzler:
Wartet mein Graf, hört mich an. Der Verdacht gegen die Gräfin ist zur Gewissheit geworden. Ihr Trachten, Euch in den Wahnsinn zu treiben und die Macht an sich zu bringen, indem sie Euch die Ohren Eures Wappentieres wachsen lassen wollte, hat sich offenbart. Glückliche Fügung verhinderte das Schlimmste. Vielmehr hat sich das Ränkeglück gegen die Gräfin gewandt. Sie zeiht gen Nischwitz, soll sie dort bleiben. Was die Gräfin nicht weiß ist, dass Nischwitz seit Jahren kümmert. Die Böden sind arm, die Wälder verdorren, Menschen und Vieh rafft die Malaria dahin die aus den faulen Armen der Mulde aufsteigt. Verbannt die Gräfin auf Lebenszeit dorthin. Soll sie sehen wie sie dort zurecht kommt.

Eugen von Mecklenburg:
Ihr seht Herr Graf, wahre Gerechtigkeit findet nur das Leben. Zeigt Größe und akzeptiert den Richterspruch!




Der Graf nickt nach längerem zögern endlich zu, stimmt dann huldvoll der Siegelung des Urteils zu und läßt das Lied über die „Gerechtigkeit“ anstimmen. Auf einem Wink hin titt Hugo von Wurzelbach vor und befreit mit einem kühnen Schwertschlag den immer noch trunkenden Mundschenk von seinen unpässlichen Eselsohren.




Das Gericht ist tief ergriffen über die Empörung des Volkes über diesen Verrat. Nun kennen auch der Adel und die Bürgerlichen kein zaudern und stimmen einer Bestrafung der Gräfin zu. Nach lautem Johlen und Schreien und zahlreichen Hochrufen auf den Grafen gibt es ein übereinstimmendes Lob über die Weisheit und Güte des Grafen.

Ab Mitternacht wird an allen öffentlichen Plätzen der Länderein des Grafen folgende Zeitung ausgehangen:

1. Die im letzten Jahr gegen den Grafen angezettelte offene Meuterei wird im Namen des Kaisers als Staatsrevolte abgeurteilt.
2. Über die Meuterer wird die „Acht“ des Grafen verhängt.
3. Die Gräfin wird da nur mittelbar beteiligt jedoch nicht tragbar in ihrem Verhalten zum Staate hin vom Hofe ohne Wiederkehr auf die faulende Domäne Nischwitz verbannt.




Zu den „Tapfersten des Jahres“ und als Ritter des „Silber-Esel-Ordens“ werden mit Ehren ausgezeichnet und zu Rittern erhoben:

1. Kapellmeisterin Franziska
2. Tanzmeister Duc de Bourgogne


Anschließend kehrt die Feiergesellschaft mit taumelnder Freude zum Tanzboden zurück. Das Kupplerkabinett ist zum 6. GSB geschlossen, da der Treppenturm baulich gesperrt werden musste. Dafür wandelt der Märchenerzähler Astradamus durch die Hallen und verdreht den Leuten vor lauter Lügen den Kopf.




Auf dem Grund des Treppenturmes hat sich eine Wahrsagerin mir ihrem Hexenkessel niedergelassen und liest Neugierigen aus der Hand. Das gesamte Schloßgelände wird von wunderbaren Lichttexturen und anderen himmlisch anmutenden Wundergebilden durchzogen, die vom Illuministen Samoht Letrab kreiert sind.




Die Lichteruhr ist mit einer moderneren neuen fluoreszierenden Bemalung versehen, die im Schwarzlicht das wunderschöne Eselwappen wiedergibt.




Es beginnt die zweite Tanzrunde mit dem Duc de Bourgogne und dem Orchester der Teufelchen.
Bis Mitternacht dreht sich der Reigen, ehe die Leute zum Feuerwerk nach draußen streben. Das Feuerwerk wird wie immer zur der Hälfte der Zeit des Balles punkt 24.00 von den Leipziger „Feuerteufel“ abgefeuert. Es ist das prächtigste seiner Art und übertrifft alles bisher da gewesene. Seine Kanonaden sind dynamisch auf die Pauken der Feuerwerks-
musik abgestimmt, es böllern Riesenpilze mit hunderten schillernden Lichtkügelchen am Himmel, Feuerräder laufen und Silberregen sprühen. Der Hofstaat ist mit Sektgläsern bestückt, schaut vom Vorzugsplatz des Paradebalkon des Ovalsaales dem Feuerwerk zu und ist begeistert. Ein Feuerwerker wird im Eifer des Gefechts von einer Ruß- und Feuerwolke erfaßt und färbt sich für kurze Zeit in Schwarz. Ein Sanitäter eilt übereifrig herbei. Dazu der Duc mit beiläufigen und trockenem Kommentar zum Grafen: „ Oh, da hat es wohl jemanden erwischt “. Auch der Graf kann dazu nichts näheres feststellen und zuckt mit den Schultern: „ Ja mein Duc, da wollen wir mal hoffen, daß er nicht all zu verbrannt ist.“ So stößt man erneut mit dem Sektglas auf das herrliche Feuerwerk an.




Drei Mönche zeigen Buße vorm Grafen wegen ihrer Vergehen und tun Abbitte. Seine Herrlichkeit zeigt Milde und sie dürfen als Untertanen des Grafen in seiner Herrschaft bleiben.




Ein Pantomime-Trio in Aufzieh-Puppenform tritt unter den Klängen des Rock`me Amadeus in das Festzelt mit einer atemberaubenden Show. Die Klänge des DJ Bongo aus Dresden treffen so richtig die Herzen der Gesellschaft. Es wird bis zum Morgen durchgetanzt. Ein Großteil geht gar nicht erst schlafen, denn sonst würde man ja den herrlichen Morgen verpassen.





Morgens um 10.00 Uhr klingen die Glocken der Hofkirche, zahlreiche Gäste des Festes erscheinen in ihren Prachtgewändern zum Gottesdienst, der vom Pfarrer Herrn Eichler gehalten wird. Die Sonne strahlt hell über die Wälder, die Wiesen, die Teiche und Schloß. Hoffotograf ist Stefan Mai und Hoffilmer ist Hendrik Maak.



Der Film vom 6. Graf Schlaf Ball Teil 1 - Spieldauer 12:50 Minuten






Der Film vom 6. Graf Schlaf Ball Teil 2 - Spieldauer 12:09 Minuten





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