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Nachruf zum 8. Lichterfest am 15. Juni 2002 im Palais des Großen Gartens zu Dresden

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Die Bildergalerie vom 8. Lichterfest
In naher Zukunft hier der Film vom 8. Lichterfest Teil 1

In naher Zukunft hier der Film vom 8. Lichterfest Teil 2



Diesmal kam dem Grafen die Eingebung, in ein noch größeres und pompöseres Gebäude inmitten einer großen Stadtmetropole zu ziehen. Sein Auge fiel auf das Palais im Großen Garten in der Landeshauptstadt Sachsens in Dresden. Nach vorherigen umfangreichen Verhandlungen mit dem Direktor des Großen Gartens konnte stolz verkündet werden, daß das 8. Lichterfest im Palais des Großen Gartens zu Dresden stattfinden wird.






Das Palais im Großen Garten zu Dresden wurde im Auftrag des Kurfürsten Johann Georg III. zu Sachsen von 1678 bis 1683 errichtet und diente ausschließlich den sommerlichen Vergnügungen des Hofes. Im Februar 1945 durch feindliche Luftangriffe völlig ausgebrannt, wurde es bis heute Stück für Stück bis auf die Innenausstattung wieder aufgebaut!




Zu Ehren des kommenden Festes unternahm der Graf in schlafwandelnder Manier eine im Mai stattgefundene
Visite Dresdens
, begleitet von seinem Statthalter zu Dresden Graf Merlot von Eisenberg, dem Zeremonienmeister Othello, dem Jugendtanzballett des Tanzhaus Friedrichstadt und zahlreichen Damen des Hofes. Die Gesellschaft wurde von einigen Dienern begleitet, die in Körbe gepackt die unverzichtbaren Speise- und Getränkevorräte mit sich führten. Der Graf hatte sich aus diesem Anlaß sogar einen Feldstecher bringen lassen, um die Stadt vom Nordufer her besser in Augenschein nehmen zu können.




Zum Zeremonienmeister und Tanzmeister des Engelballetts wurde Othello aus Regensburg ernannt, zum Anführer der Leibgarde Rollo Kosmos wurde Leutnant Hirsch von Elch ernannt.

Es wurde befristet eine Verfassung des Staates ausgerufen und eine Asservatenkammer eingerichtet. Es wurde ein zweites Tanzballett, das Engelballett aus Dresden mit Tanzmeister Othello gegründet.

Als weiteres neues Wettkampfspiel wurde die Rennsänfte von den Hofkonstrukteuren Maik Stadie und Ralf Weidemann gebaut. Diese vom Grafen selbst angeregte Sänfte läßt sich in kürzester Zeit auseinander- und zusammenbauen. Deswegen ist es auch eine Campingsänfte zum Verreisen. Sie fällt durch ihr außergewöhnlich leichtes Gewicht auf. Jede Mannschaft besteht aus vier Herren und einer Dame. Währende die vier Herren die Sänfte tragen, sitzt die Dame in der Sänfte. Die Herren müssen die Dame in der Sänfte im Laufschritt über eine ausgemessene Rennstrecke tragen. Sieger ist die Mannschaft, die die Rennstrecke in kürzester Zeit passieren kann, ohne das die Dame aus der Sänfte fällt.

Zum ersten Mal nahm das Kabinett der Leidenschaft im eigens dafür hergerichteten Räumen des Palais seine Arbeit auf. Die Diener des Kabinetts waren Freiherr von Schwanensee und Werner von der Lausitz.






1. Der Graf läßt an alle Seine Gäste und Untertanen verkünden:

„Mit zunehmender Konsolidierung unseres Lichterfeststaates erscheint es in Zukunft als sehr nützlich, daß dieser seine unterschiedlichsten Positionen und Auffassungen, die das tägliche Leben, den Umgang mit anderen Menschen und Völkerschaften und die philosophische Sicht unserer Welt gegenüber dem restlichen Kosmos betreffen, präzisieren will. Daher hat die Akademie in vollendeter Weisheit beschlossenen, diese aufopferungsvolle Jahrhundertarbeit mit der Findung einer offiziellen Stellungnahme zum Begriff des »Engels« anzutreten.“
Der Graf ruft alle Gäste des diesjährigen Lichterfestes dazu auf, eine Engelsfigur mitzubringen, ob groß wie ein Eisbär oder klein wie ein Weihnachtsbaumschmuck. Sie können aus Papier, Pappe, selbst gebastelt, aus Gips, Glas, Metall, Holz, als Hologramm oder als Flugobjekt gestaltet sein, alles ist möglich. Sie sollte aber nicht höher und breiter als 4 Meter mal 6 Meter sein, da ein größeres Objekt nicht mehr im Festsaal aufzustellen ist geschweige denn von der Dienerschaft zu transportieren ist. Zwei von der Akademie ausgewählte Hofdamen übernehmen an einem großen Tisch alle Engel der Gäste, mit ihrem Adelsnahmen versehen, zur Ansehung in Empfang.


2. Der Graf läßt an alle Seine Gäste und Untertanen verkünden:

Um die Gäste und Untertanen jedes Jahr auf das Neue zu erinnern, in keinster Weise auch nur etwas von den Bemühungen einer dem Feste angemessenen Kleidung abzuweichen, gibt die Staatskanzlei nochmals die Kleiderordnung und Moden bekannt:

- skurril & grotesk - fantasie & historie
- barock & rokoko - pompös & mondän
- reich & imperial - militärisch & büßer
- tierisch & pflanzlich - kockett & adrett


3. Der Graf läßt an alle Seine Gäste und Untertanen verkünden:

Protokollarische Ausrufung: Seine Herrlichkeit Graf Rollo Kosmos der Strahlende
Öffentliche Ausrufung: Seine Herrlichkeit der Graf
Protokollarische Anrede: Seine Herrlichkeit
Öffentliche Anrede: Der Graf








Der Hofstaat:



Seine Herrlichkeit der GrafStaatskanzler Baron Hendrik vom DürrenbergKanzleirat Fürst StogaMundschenk Dietrich von Eytra


Zeremonienmeister OthelloGraf Merlot von Eisenberg, Statthalter zu DresdenIlluminsit Samoht LetrabTanzmeister Duc de Bourgogne


Kapellmeister Albrecht Friedrich-WilhelmPalastausstatterin Annabell Gräfin Nachtigall vom GoldbachtalPalastausstatterin Comtesse de La´bonteZeugmeister Burkhard von Striezen



Für die Herrichtung des Palais zum diesjährigen Lichterfest mußte ein enormer Aufwand betrieben werden. Sämtliches schweres wie leichtes Gestühl, Teppichläufer, Kerzenständer, Adlerschusswand und vieles mehr mußte von der Leibgarde bewegt werden.




Fast schon außerirdische Fähigkeiten zeigte der Illuminist Samoth Letrab mit seinem Assistenten für die lichtkünstlerische Verwandlung des Ballsaales am Abend. Es gelang ihm in fünftägiger Arbeit, eine einzigartige märchenhafte und fantastische Atmosphäre zu erschaffen, die allen Gästen noch Jahrzehnte später in Erinnerung bleiben wird.




Die Anstrengungen der Palastausstatterinnen Annabell Gräfin Nachtigall vom Goldbachtal und Comtesse de La´bonte und ihrer Helfer waren unvorstellbar groß. Ihnen sind neben der Thronstaffage auch die Ausstattung des herrlichen Engelsaals und des Kabinetts der Leidenschaft zu verdanken.




Des weiteren konnte sich der Hofstaat auf Bewährtes wie dem Duc de Bourgogne mit seinem Ensemble contretem(p)s, dem Orchester der Teufelchen, dem Tonmeister Dietmar Gitter, dem F-Haus Jena, die Feuerteufel Leipzig und DJ Bongo verlassen.



Das Fest:

Pünktlich 15.00 Uhr werden die Tore des Festareals geöffnet, nachdem schon Stunden zuvor hochgestellte Herrschaften neugierig um das Areal flanieren. Die Rennsänfte geht in ihre erste Erprobung. Durch zwischenzeitliche Regenschauer zieht sich die Festgesellschaft in die Steinsäle des Erdgeschosses des Palais zum Kaffeekränzchen zurück.

Im Palais leitet Staatskanzler Baron Hendrik vom Dürrenberge eine Versteigerung von Utensilien aus der Schatzkammer des Grafen. Den jeweiligen Zuschlag der einzelnen Utensilien bekommt der Gast, der am schnellsten die richtige Antwort auf eine gestellte Rätselfrage geben kann.
Das Ziel der Versteigerung ist die Förderung der Bildung und das Entgegentreten aufkommender Trägheit und Dummheit bei den Gästen und Untertanen.




In Kürze sind alle Gegenstände versteigert. Eine einfache Frage: Wo liegt der Silbersee? A: bei Berlin, B: Im Elbsandsteingebirge, C: In Bitterfeld. Die richtige Antwort lautet: Bitterfeld! – weil dort ein ehemaliger, mit zwölf verschiedenen molekularen Quecksilber-Komplexen angereicherter Kiesgrubensee so heißt.




Auf den Palaiswiesen werden die Spiele Krocket und Boccia sowie die Wettkämpfe im Fischangeln, Armbrustschießen und Sänftenrennen begonnen. Die jeweiligen Sieger werden später ausgezeichnet. Zeremonienmeister Othello liest im Garten den Kleinsten unter den Gästen Märchen vor.

Um 17.30 Uhr trifft der Graf von seinem Wohnquartier, dem süd-östlichen Kavaliershaus aus mit einer zweispännigen prächtigen Kutsche vor dem Südflügel des Palais ein. Mit dem Eintreffen des Grafen und obersten Hüters des Gesetzes verziehen sich die letzten Wassertröpfchen am Himmel. Unter großem Beifall entsteigt der Graf der Kutsche und wechselt ohne Verzögerung in seine Sänfte, die von der Leibgarde eskortiert wird.





Unter dem Klang der Marschmusik gelangt der Graf an das westliche Hauptportal des Palais zur Begrüßung der hohen Ämter des Lichterfeststaates. Zahlreiche Schaulustige und Gäste verfolgen die Ankunft.




Der Troß zieht weiter zum Armbruststand, wo der Graf seine drei offiziellen Schüsse auf den Adler abgibt. Der Erste
trifft den linken Flügel des Adlers, der Zweite schnellt von der Abschußrinne als Querschläger ab und der Dritte trifft die untere Flanke des Vogels. Mit lautem Jubel konnte der Graf den Gästen eindrucksvoll seine Standhaftigkeit bei der Jagdkunst unter Beweis stellen.




Der Graf erscheint 18.00 Uhr am oberen Portalfenster des Palais zusammen mit seinem Kapellmeister Albrecht Friedrich-Wilhelm und seinen beiden Palastausstatterinnen zur feierlichen Eröffnung des Lichterfestes mit der Intonierung der Ball-Hymne „Schlafen ist so schön“.




Danach wird auf den Portaltreppen in Sonnenschein Aufstellung für das Große Portalfoto vor dem Palais genommen.

Die hohe Zeit der Wissenschaft ist gekommen. Der Graf lädt seine Gäste zur Sitzung der „Akademie für Feldforschung“ in den Festsaal. Neben der eine Woche dauernden Arbeitssitzung zur Findung einer offiziellen Stellungnahme zum Begriff „Des Engels“ werden heute die Verteidigungen zweier wissenschaftlicher Arbeiten durch neue Kandidaten vorgestellt. Ein Streichquartett spielt zur Eröffnung der Sitzung ein kleines Menuett. Das Präsidium besteht aus dem Grafen, dem Staatskanzler und den beiden Palastausstatterinnen.




Als erster Kandidat tritt Freiherr Rüdiger vom Nurflügel an. Er referiert über das Thema „Tenorhornspielender Mongole“. Er zeigt an Hand der Staubtheorie, daß die Augen eines Mongolen die Form eines Schlitzes haben. Diese Formgebung trägt wiederum das Tenorhorn in sich und so hat zwangsläufig der Mongole in seinem einfachen Schöpfertum heraus den Weg zum Horn gefunden. Das Publikum stellt dem Kandidaten daraufhin viele Fragen und bohrt dem Freiherrn Löcher in den Bauch. Jedoch läßt von Nurflügel keine Frage unbeantwortet und kann überzeugen. Das Präsidium der Akademie kommt spontan zur Überzeugung, daß der Kandidat mit - hervorragend - bestanden hat und verleiht ihm den Titel eines „Dr. moblas“, was ausgesprochen „Doktor der Mongolischen Blasmusik“ heißt.




Als zweiter Kandidat tritt Pascal von Cicom mit dem Thema „Leben im Nanometerbereich“ vor die Gäste. Nach einem etwas mäßigen, wackeligen und unvollkommenen Beginn seines Vortrages setzte er jedoch in letzter Minute durch den Nachweis von Engelgeräuschen das Präsidium in derartiges Erstaunen und Überzeugung, daß ihm im Resultat dessen unzweifelhaft der Titel eines „Dr. nano“ , verliehen wird, was „Doktor des Nanobereiches“ heißt.





Nach Beendigung der Akademiesitzung vergnügt sich die Festgesellschaft weiter im Freien auf den Palaiswiesen tanzt die Jungmädchengruppe vom Tanzhaus Friedrichstadt Dresden. Im Tonnengewölbe des Erdgeschosses des Palais wird die festliche Speisetafel eröffnet. Der Graf nimmt den ersten Bissen von einem großen Putenhahn und verkostet ihn mit gaumenfreundlicher Zufriedenheit. Anschließend gibt er den Befehl zu Freigabe der Tafel für die Gäste.


Um 20.00 Uhr wird der große Festsaal zum Einlaß für die Gäste geöffnet. Bevor die Gäste den Saal betreten, müssen sie sich in die Adelsrolle einschreiben und werden anschließend vom Zeremonienmeister mit ihrem Rang und Namen ausgerufen. In zahllosen Scharen strömen sie herein und am Thron seiner Herrlichkeit des Grafen ihre Referenz erweisend vorbei. Ihre Visitenkarten müssen die Gäste bei den am Thron stehenden Hofdamen und Damen der feinen Gesellschaft abgegeben.





Die hochgestellten unter dem Adel werden vom Zeremonienmeister Othello mit Pomp und Fanfare angekündigt.
Bei besonders hohen Gäste, die dem Grafen ihre Referenz erweisen, hebt sich der Graf aus seinem Thron zu einem freundlichen Gruß.



Anschließend haben die Gäste die Gelegenheit, ihre Geschenke für den Grafen in Form von Engeln im Engelsaal abzugeben. Der Graf wünscht sich Engel in allen nur erdenklichen Formen und schaut öfters heimlich hinüber, wie voll der Geschenktisch schon ist. Bald schon ist der Tisch mit Engeln aus Gold, Porzellan, Pappe, Plaste und Glas gefüllt.
Es erscheinen wahre Wunder an Fantasie und Vermögen.




Von der Decke herunter hängen Engel, viele Damen wandeln in Engelskleidern, überall Engel wohin man nur schaut. Die prächtige Ausstattung des Engelsaales mit seinen auf dem Tisch liegenden, stehenden, an der Decke schwebenden Engeln und den weißen Stühlen rundherum sind das meisterhafte Ergebnis der beiden Palastausstatterinnen. Diese sind seit diesem Jahr auch in das Präsidium der Akademie berufen worden.



Einblicke in die Adelsrolle des 8. Lichterfestes seiner Herrlichkeit des Grafen:



Die Moskauer Großfürstinnen Natascha, Elena und Alxandrina / Rußland


Bojar Igor Ogorowitsch Babatschow nebst Gemahlin / RußlandGroßfürstin Agatha Pogoni / KiewScheich Al Bin Sein mit Fatima Shererzad / Abu-DabiKalif harun al raschid mit Begleitung / Irak


Prinzessin Soraja aus dem Morgenland / Iran


Esmeralda von Glussig / SüdtirolMario der VII. Dansonmejer du Cologne, Erzbischof von Mailand / LombardeiEarl of Cook and Lady of Cook / Schottland


Lord and Lady Willaborough / England


Baron de Monc Chary / FrankreichBaron de Rothschild / FrankreichKurfürstin Winni-Jeane von Stoiber / ÖsterreichGräfin Swanewitt / Schweden


Don Boludo / SpanienFriedrich August I. Kurfürst von Sachsen und König von Polen / SachsenKanzler und Vizekönig Jacob Heinrich Reichsgraf von Fleming / SachsenKurfürst Hartmut zu Sachsen mit Gefolge / Sachsen


Gräfin Sophia von Preußen / PreußenGräfin Henriett-Charlott von Dasenstein mit Gefolge / BrandenburgPrinzessin Nadeschda von der Elbe / BrandenburgMarkgraf Otto V. zu Berlin mit Begleitung / Brandenburg


Gräfin Cosel / SachsenHoheit Fürst von Büden / AnhaltPrinzessin Libelle vom Schmetterlingshof / SachsenBaron Forben Raikoff zu Reichenberg / Sachsen


Prinz Wenzel / BöhmenPrinz Johann von Einsiedel / SachsenRudolfo Granduca di pomposa della Pampelmusa da Berlino / BerlinBettina Landgräfin von Thüringen, Günther Landgraf von Thüringen / Thüringen


Katharina von Anhalt / AnhaltHugo Graf zu Schaumburg-Lippe mit Begleitung / Schaumburg-LippeFreijin Henriette von Foydorf / Hannover-BraunschweigSlawenfürst aller Obodriten Xandro mit Begleitung / Sachsen


Gräfin Frauke Sophia von Bradbeck mit Gefolge / Schleswig-HolsteinBayrische Edeldame / MünchenBayrische Edeldame / München


Die Herren der Lausitz / Lausitz

Es folgen weitere zahlreiche Abordnungen aus Bayern, Schwaben, dem Rheinland, der Pfalz und dem ganzen Deutschen Reich!






Während sich seine Herrlichkeit mit Freude im Rahmen seiner um ihn stehenden, aus dem Bayernreich eingeschwebten Engel schmückt und diese mit Spaß offensichtlich allerlei Bemerkungen über die eintretenden Gäste tuscheln, füllt sich der Saal bis zum Rande.





Stolze anderthalb Stunden benötigt der Zeremonienmeister, um die in den Festsaal drängenden Scharen der Gäste und Untertanen gemäß dem strengen Protokoll den Eintritt zu gewähren!


Um 21.00 Uhr ist es soweit. Der Hofstaat zieht feierlich zu den Klängen von Carpentier mit großem Pomp durch die in Ehrfurcht verharrende und staunende Schar der Gäste in den Festsaal ein. Der Graf zeigt sich in Begleitung mit einer der hübschesten Damen der Dresdner besseren Gesellschaft und Ersten Tänzerin des Engelballetts. Angeführt wird der Zug durch Zeremonienmeister Othello, dahinter der weltberühmte Tanzmeister Duc de Bourgogne, der Graf mit der Ersten Tänzerin des Engelballetts, Graf Merlot von Eisenberg mit Gräfin Cosel und Staatskanzler Baron Hendrik vom Dürrenberge mit Begleitung. Überall Drängeln, Hälserecken und Geschiebe. Keiner will etwas verpassen. Der Zug ordnet sich zur Aufstellung in einer frontalen Reihe zur Saalmitte.






Der Graf hebt zur feierlichen Rede an. Er begründet den Umzug in dieses so prächtige und gewaltige Palais und äußert die Hoffnung, daß das Palais für alle Zeiten wie auch früher der Feierlust und des Spaßes am Vergnügens dienen soll!


Zu den „Tapfersten des Jahres“ und als Ritter des „Silber-Esel-Ordens“ werden mit Ehren ausgezeichnet und zu Rittern erhoben:

1. Graf Merlot von Eisenberg, Statthalter von Dresden
2. Freiherr Norbert vom Schwanensee, Statthalter der Salomoninseln

Mit gewaltigen Hochrufen werden sie von den Gästen in den Ritterstand begrüßt.


Die erste Tanzrunde beginnt. Das „Orchester der Teufelchen“ mit der Kapellmeisterin Franziska Fischer stimmt sich ein. Über dem Orchester leuchtet auf einer Leinwand stolz das Zeichen des Festes und das Wappen des Grafen, der Esel. Majestätisch schreitet der Duc de Bourgogne in die Mitte des Saales und instruiert sein Ensemble contretem(p)s.





Der Duc läßt die Reihen ordnen und der Hofstaat beginnt mit seinem Privileg der Eröffnung der Tänze mit dem Schnick-Schnick-Schnick-Tanz, dem Lieblingstanz des Grafen.





Nun versucht sich die ganze Festgesellschaft am gleichen Tanz in ganzen drei Reihen zu 25 Metern. Erneut schreitet der Duc mit dem Tanzstab durch die Linien. Es wird gehopst, gestampft, auf die Füße getreten und in die Ausschnitte der Damen geschaut. Die Damen haben ganze Mühe, ihre Röcke vor den Fehltritten der Tanzfüße der Herren zu schützen. Und das Gähnen der „angeblichen langen Weile“ über den „scheinbar uninteressanten“ Herren gegenüber beherrschen sie meisterlich. Es bricht begeistertes Gejohle aus.





Als nächster Tanz folgt eine Polonaise quer durch den großen Saal und die beiden Nebensäle. Das Orchester spielt
in erfrischender Form zum Stock des Tanzmeisters. Kapellmeisterin Franziska treibt ihre Musiker immer wieder zur Höchstform. Die riesige Gästeschar nimmt Aufstellung und mit einem „eins, zwei, drei“ setzt sich der Wurm zur Polonaise in Bewegung. Minutenlang windet sich die Schlange der Tanzpaare, angeführt vom Duc, durch die verschiedensten Säle, umrundet die Saalpfeiler, zieht an der Orchesterbühne vorbei und kommt nach einer inneren und äußeren Schnecke schließlich vor dem Kabinett der Leidenschaft zum stehen.

Im Kabinett der Laster bietet Mundschenk Dietrich von Eytra den Tabak an und im Kabinett des Lebens liest Othello erotische Geschichten zur Nacht.




Es folgen weitere Tänze. Zwei fast nackte Engel schlendern durch den Saal und schießen Amorpfeile auf die Damen ab. Keiner weiß wo sie herkommen. Es gibt viel Gelächter und fantasiereiche Vermutungen über die Damen, die getroffen werden.

Der große Festsaal ist durch den Illuministen Samoth Letrab mit mehr als 30 Projektoren ausgeleuchtet. Mit einer Funkkamera werden Echtzeitaufnahmen der tanzenden Gäste auf eine über dem Orchester gegenüber hängenden Großleinwand projiziert.

So wird bis 21.30 Uhr getanzt. Mit Eintritt der Pause tritt der Leibjuweliers des Grafen Herr Fritzsche auf.
Er zeigt mit einer atemberaubenden Kollektion seine neuesten Kreationen goldener und silberner Damenunterwäsche der Oberklasse. Die Schau der Superlative läßt den Kreuzgewölbesaal im Erdgeschoß überquellen. Leibjuwelier Fritzsche hat – um der Unzucht nicht zu großen Vorschub zu leisten, sich extra in das Büßergewand eines Mönches begeben. Es gibt frenetischen Beifall.





Auf Grund erschwerter Reisebedingungen bleibt die französische Delegation in den regenreichen Sümpfen der Mulde stecken. Schon bei der Überquerung des Rheins wäre das Bildnis der Mona Lisa beinahe in die reißenden Fluten gestürzt. Deswegen muß das Experiment der Wiederbelebung der schönen Mona Lisa, raffiniert erdacht durch ein Wiegenlied des Grafen und des Kapellmeisters, ausgesetzt werden mit der Hoffnung eines neuen Versuches im Folgejahr.





Während der zweiten Tanzrunde mit den Duc wird das Kabinett der Leidenschaft eröffnet. Es hat sich schon eine Schlange von Neugierigen gebildet. Die Diener des Kabinetts sind Freiherr Norbert von Schwanensee und Gerhard Markgraf der Lausitz. Eine geeignete Kupplerin kann diesmal nicht gefunden werden. Schon werden Kontaktbriefe ausgestellt und die ersten Boten müssen ihre Briefe an die Damen und manchmal auch umgekehrt an die Herren übergeben.





Durch die zunehmende Nieselnässe muß das prächtige Feuerwerk schon vor Mitternacht gezündet werden. Schwarze Rauchschwaden des prächtigen Feuerwerks ziehen Furcht erregend auf das Palais zu. Allein seine Herrlichkeit bleibt unerschütterlich am Fenster stehen und so ziehen die Rauchschwaden mit Respekt über den Palast dahin.

Das vom Zeremonienmeister und dem Grafen ins Leben gerufene "Engelballett" tritt seinen unwiderstehlichen Siegeszug an. Entgegen aller Müdigkeit legen diese charmanten Tänzerinnen frivole und freche Tanzfiguren hin, die wiederum allen noch in Kräften stehenden Gästen die Lust zum weitertanzen gibt.




Es wird die Fledermausquadrille in vier Figuren auf der Orchesterbühne von den Tänzerinnen des Engelballetts vorgetanzt. Dann tanzen es die Gäste nach. Wer alle Figuren erlernt hat, kann das Endfinale mit dem Hintereinander aller vier Figuren in einer langen Tanzabfolge erleben. Selbst der Graf hält einige Figuren in Begleitung seines glänzenden weinroten Engels mit besten Haltungsnoten durch. Ein Bravo erschallt von allen Seiten für das Engelballett und seinem Tanzmeister Othello. Erst kurz nach drei Uhr morgens wird die dritte Tanzrunde durch das Engelballett beendet.





Die Zeit der Nachtschwärmer ist gekommen. Es wundert keinen, daß die sicherste Zuflucht das Kabinett des Lebens mit den kreisenden Platten des DJ Bongo ist. Auch im Kabinett der Leidenschaft sind alle Plätze vergeben. Um 06.00 Uhr morgens werden die Tor geschlossen, eine große Schlacht ist geschlagen. Hoffotograf ist Stefan Mai.





Die Kommission für Himmelsbetrachtungen der Akademie für Feldforschung hat folgende überbrachte Engel preisgekrönt:

1. Kategorie: - Leibhaftiger Engel - Engel in Mädchengestalt




Überbringer: Münchener Edeldame in Tor, Münchener Edeldame in Weiß


2. Kategorie: - Präsentationsengel - Goldengel auf Stab




Überbringer: Rudolfo Granduca di Pomposa della Pampelmusa da Berlino


3. Kategorie: - Heimlicher Engel - Leicht gerüsteter Engel




Überbringer: Linde von der Vogelweide & Ela von Eichstädt


4. Kategorie : - Schwebender Engel - Schwebende Ballonengel




Überbringer: Graf Pimpo de Nello, Gräfin Aurora de Nella


5. Kategorie: - Leuchtender Engel - Federweicher Birnenengel




Überbringer: Anke Wolf


6. Kategorie: - Leichter Engel - Papierner Flugengel




Überbringer: Gräfin Elisabeth zu Weichensdorf







Körperschaften:

Orchester der Teufelchen : Kapellmeisterin Franziska Fischer, Berlin
Ensemble contretem(p)s : Duc de Bourgogne, Berlin
Das Engelballett : Othello, Dresden
Illumination: Samoht Letrab, Brandenburg
Tonausrüstung: Dietmat Gitter, Naturton Leipzig
Weilt-Weit-Wir-Präsentation: fewovista, Berlin
Feuerwerker : Sven Bachmann, Die Feuerteufel Leipzig
Speisen und Getränke: F-Haus, Jena








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